21 Beispiele des deutschen Philhellenismus

 

„…das Land der Griechen mit der Seele suchend“  Johann Wolfgang von Goethe

 

Anlässlich des 200. Jubiläums seit Beginn des griechischen Unabhängigkeitskampfes gegen die osmanische Herrschaft stellt Ihnen die Deutsche Botschaft Athen 21 Beispiele des deutschen Philhellenismus vor.

Wussten Sie, dass von den ungefähr 1.200 Philhellenen, die ab 1821 aus dem europäischen Norden und Westen nach Griechenland kamen, um den griechischen Freiheitskampf zu unterstützen, der mit Abstand größte Teil Deutsche waren? Auch von den im griechischen Freiheitskampf gefallenen oder in diesem Zusammenhang in Griechenland gestorbenen Ausländern kamen die meisten aus Deutschland.

In Deutschland löste die griechische Revolution eine philhellenische Bewegung mit großer Mobilisierungskraft aus: Der Leipziger Philosophieprofessor Wilhelm Traugott Krug veröffentlichte im April 1821 einen leidenschaftlichen Artikel mit dem Titel „Griechenlands Wiedergeburt“, mit dem er sich für die „griechische Sache“ einsetzte und der in der deutschen Öffentlichkeit großen Anklang fand. Heute würden wir sagen, es entstand ein „Hype“:  Griechenland wurde dabei als idealisierter Sehnsuchtsort, als romantisch erhöhtes Land der Hoffnungen und freien Entfaltungsmöglichkeiten gesehen. Johann Wolfgang von Goethe, berühmter deutscher Dichter und Philhellene, verlieh der Stimmung in seinem Werk „Iphigenie auf Tauris“ bereits Jahre zuvor so Ausdruck: „Und am Ufer steh‘ ich lange Tage, das Land der Griechen mit der Seele suchend.“

Mit unserer Social-Media-Reihe #germanphilhellenes2021 wollen wir Sie einladen, sich mit uns auf die Spuren deutscher Philhellenen zu begeben. Sie alle erinnern sich gewiss an das Portrait Theodoros Kolokotronis, das auf dem 5000 Drachmen Schein zu sehen war. Doch wussten Sie, dass dieses Bildnis des griechischen Revolutionshelden von dem deutschen Offizier und Hobbymaler Karl Krazeisen stammt? Oder denken Sie an den deutschen Arzt Heinrich Treiber, dem u.a. die traurige Ehre zuteil wurde, Ioannis Kapodistrias Leichnam einzubalsamieren. Zahlreiche andere deutsche Philhellenen, wie General Karl von Normann-Ehrenfels, 1822 Kommandeur der griechischen Taktischen Armee und des Phillhellenen-Bataillons, beteiligten sich an Schlachten des Befreiungskampfes.

Bis heute sind die Spuren deutscher Philhellenen, insbesondere aus den Anfangsjahren des modernen Griechenlands, unter anderem im Athener Stadtbild sichtbar. Man denke hier z.B. an Friedrich von Gärtner, nach dessen Plänen die königliche Residenz, das heutige Parlamentsgebäude, die „Vouli“, errichtet wurde, oder später an Ernst Ziller, Architekt von über 500 Bauwerken in Griechenland, darunter das Megaron Syggrou (heutiges Außenministerium) und das Anaktoron tou Diadochou (heutiges Präsidialamt).

Die Philhellenistische Bewegung war jedoch keine Einbahnstraße: Die griechische Revolution und die Folgejahre waren eine Quelle der Inspiration für den öffentlichen Diskurs und das ästhetische Empfinden und beeinflussten die Bildung eines Nationalgefühls in Deutschland. Diese Bewegung, deren zentrales Motiv die ideelle, finanzielle oder militärische Unterstützung eines um seine Freiheit kämpfenden europäischen Volkes war, bestimmte in Deutschland den Zeitgeist: So prägte die griechische Revolution umgekehrt Kunst und Kultur in Deutschland, was seinen Ausdruck in Gemälden, Kompositionen, Literatur (deutsche Romantik) oder in ganzen Stadtbildern fand. König Ludwig I. von Bayern hatte die Vision, in seiner Heimatstadt München ein „Athen an der Isar“ zu schaffen. Unbestritten ist auch, dass die griechische Revolution eine wichtige Wegmarke und Impulsgeber für die Entwicklung von Demokratie und Parlamentarismus in Europa und darüber hinaus darstellt.

Die Deutsche Botschaft Athen nimmt das 200. Jubiläum des griechischen Freiheitskampfes zum Anlass, Ihnen in einer Social-Media-Reihe von 21 Beiträgen bekannte und unbekannte deutsche Philhellenen sowie Zeugnisse des deutschen Philhellenismus in Deutschland und Griechenland vorzustellen.

Die Reihe mit dem Titel #germanphilhellenes2021 haben wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern, dem Nationalen Historischen Museum, der Gesellschaft für Hellenismus und Philhellenismus und dem Philhellenismus Museum erstellt.

Die Beiträge posten wir ab morgen, Freitag, den 26.02.2021 jeden Freitag über unsere Facebook, Twitter und Instagram Accounts @GermanyinGreece. Und seien Sie versichert: im Laufe des Jahres 2021 werden weitere Veranstaltungen der Deutschen Botschaft Athen zum Thema folgen.

Die Beschäftigung mit dem griechischen Befreiungskampf und dem Philhellenismus – einer paneuropäischen Bewegung – ist für sich genommen lohnend und wertvoll. Mindestens genauso wichtig ist die Frage nach ihrer heutigen Relevanz. Der Blick zurück kann auch einen Beitrag leisten zu der Diskussion, wo wir heute in Europa stehen und wo wir hinwollen. Bleiben Sie dran!

Weitere Informationen: www.ellada.diplo.de/germanphilhellenes2021

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